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Aktuelles

Juni 2016

  
Die Kinder hatten viel Spaß beim Pflanzen der Bäumchen.

Hoher Besuch in Beroboka

Im April wurde unseren nach Beroboka umgesiedelten Aktivitäten große Aufmerksamkeit zuteil. Zum einen wurden die erst wenige Wochen andauernden Aktivitäten im Umfeld der Schule St. Jaques Berthieu vom deutschen Botschafter in Madagaskar, Herrn Harald Gehrig, sowie dem Botschafter seiner Majestät (Timothy Smart) besichtigt. Bei dieser Gelegenheit haben wir mit den Schulkindern Hunderte von Bäumen neben dem neu angelegten Schulgarten gepflanzt. Dieser Besuch wurde auch von einem Fernsehteam der Deutschen Welle begleitet, deren Bericht hier zu finden ist:

http://www.ardmediathek.de/tv/Global-3000-Deutsche-Welle/Lemuren-auf-Madagaskar/Deutsche-Welle/Video-Podcast?bcastId=31428586&documentId=34918612

 

 

Während der Eröfnungsrede

 

Dezember 2015:

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende, und es ist wieder Zeit, die Aktivitäten unseres Vereins im abgelaufenen Jahr zusammenzufassen.

 

  
Auf der Route Nationale, kurz vor Kirindy Village, Wochen nach dem Zyklon (Februar 2015).

Sicher haben Sie die Probleme in und mit Kirindy Village aus dem vergangenen Jahr noch vor Augen. Die Situation vor Ort hat sich zu Beginn von 2015 nochmal dramatisch verschlimmert. Durch einen weiteren Zyklon gleich im Januar wurde die Region so heftig und nachhaltig wie noch nie überschwemmt.

 

Die Lebensbedingungen in Kirindy Village haben sich durch die damit verbundenen Ernteausfälle weiter verschlechtert. Leider hat die Ausbreitung des Dorfes und die damit einhergehende Zerstörung des Waldes weiter zugenommen. Die katastrophalen politischen Rahmenbedingungen beschleunigen zudem die Verelendung der Landbevölkerung, und andere Indikatoren wie Überfälle und Viehdiebstähle wurden im abgelaufenen Jahr erstmals mehrfach berichtet – auch aus Kirindy Village. Im nur wenige Kilometer entfernten Dorf Lambokely stellte sich die Situation noch dramatischer dar: wo bei unserem letzten Besuch noch ursprünglicher Wald existierte reicht die Zerstörung plötzlich bis an den Horizont.

 

Bei einer ordentlichen Mitgliederversamlung im Juli haben wir die offenkundigen Probleme sowie mögliche Lösungen ausführlich diskutiert. Die Enttäuschung über das Verhalten der Bevölkerung von Kirindy Village war deutlich spürbar. Trotzdem gingen vielen die Kinderaugen nicht aus dem Kopf. Wir haben daher beschlossen, dem Dorf eine Ankündigung und damit verbundene letzte Mahnung zu geben. Außerdem haben wir den einigen unseren Mitgliedern persönlich bekannten Polizeiminister auf die prekäre Situation hingewiesen. Dieser hat auch umgehend versichert, seine anderen zuständigen Ministerkollegen über die Situation in der Region Menabe zu informieren. Am Ende des Jahres können wir aber leider (noch?) keine erkennbare Verbesserung konstatieren.

Als wir im August dann selbst vor Ort waren stellte sich die Situation ernüchternd dar. Alles, was wir in den letzten Jahren mühsam aufgebaut hatten war praktisch zerstört.

Die Pflanzschule und der Brunnen in Kirindy Village, bzw. das, was davon übrig ist (August 2015).

Durch die Verankerung unserer madagassischen Freunde und Mitarbeiter in der Region waren uns zahlreiche Gesprächen in Morondava und in den anderen Dörfern in der Umgebung des Kirindy-Waldes möglich. Die unabhängige und einhellige Meinung war, dass die von uns in Kirindy Village erlebten Enttäuschungen eng mit der „besonderen Mentalität“ der ehemaligen „Gastarbeiter“, die heute den Großteil der Bevölkerung von Kirindy Village stellen, zusammenhängen. Zur Erinnerung: das Dorf hat seinen Ursprung in der Besiedelung durch arbeitslos gewordene Mitglieder des Antandroy-Stammes, die in den 1970er und 80er Jahren aus dem Süden Madagaskars in die Region gebracht wurden.

 

 

 

Wir haben deshalb, mit dem Mandat unserer Mitgliederversammlung, nach sinnvollen und aussichtsreicheren Alternativen Ausschau gehalten. Schnell waren wir uns einig, dass das nördlich von Kirindy Village gelegene Dorf Beroboka sehr viel bessere Möglichkeiten bietet, im Sinne unserer Vereinssatzung tätig zu werden. Beroboka hat eine gewachsene Struktur, ein Minimum an Infrastruktur und es gibt über Angestellte des DPZ-Projekts seit Jahren direkte Kontakte dorthin. Unser Augenmerk fiel dabei sehr schnell auf die lokale Schule, da wir nach wie vor hoffen, mit unseren Aktivitäten und Anliegen die so wichtige nächste Generation zu erreichen.

 

Die ersten Gespräche mit dem Schuldirektor verliefen sehr vielversprechend und unterstrichen das gegenseitige Interesse an einer Zusammenarbeit. Als erste konkrete Maßnahme haben wir daher vereinbart, dass unser Verein für die Kinder der Schule die Mittel bereit stellt, einen alten Schulgarten wieder herzurichten. Darin sollen die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen und durch den Anbau von zusätzlichen Obst- und Gemüsesorten Alternativen für die tägliche Ernährung kennenzulernen.

 

 

 

 

 

 

 

Beim Gespräch mit dem Schulleiter von Beroboka (rechts).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kinder haben dieses Projekt mit Enthusiasmus in Angriff genommen, und zu Beginn der Regenzeit war der Garten bereit.

 

 

Wir versuchen weiterhin zu helfen!

 

 

 

 

Das neue Jahr wird zeigen, ob wir hier nun ein erfolgversprechendes und nachhaltiges Projekt etablieren können. Ideen gibt es genug, und Ihre Spenden und Beiträge sind dafür nach wie vor willkommen. Danke an alle, die auch im schwierigen abgelaufenen Jahr die Arbeiten des Vereins unterstützt haben.

 

 

 

Dezember 2014:

Nach längerer Sendepause wollen wir zum Jahresende wieder die Aktivitäten unseres gemeinnützigen Vereins im abgelaufenen Jahr zusammenfassen und uns bei Euch/Ihnen für die Unterstützung bedanken. Die einzelnen Ereignisse und Projekte möchten wir kurz darstellen.

 

 

Leider war 2014 kein gutes Jahr für Kirindy Village und für Longon’i Kirindy. Nachdem wir in 2013 noch die Schule reparieren konnten und die ersten selbst herangezogenen Baum-Setzlinge auspflanzten, wurde in 2014 die Uhr zurück gedreht. Auslöser war der tropische Zyklon „Hellen“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Cyclone_Hellen), der Ende März als einer der stärksten jemals im Kanal von Mozambik registrierten Wirbelstürme die Westküste Madagaskar’s erreichte. Hellen zerstörte in Kirindy Village das gerade renovierte Schulgebäude sowie die Umzäunung der nahe gelegenen Pflanzschule. Als Folge dessen wurde die Arbeit von 2 Jahren in der Pflanzschule in kurzer Zeit zunichte gemacht, da nämlich alle Setzlinge von den herum streunenden Ziegen gefressen wurden. Damit gab es in der Pflanzzeit im August dieses Jahr nichts auszubringen.

Es kam aber noch schlimmer. Durch den Zyklon zum Ende der Regenzeit wurde auch die Ernte der Einwohner von Kirindy Village zu großen Teilen durch eine mehrere Monate anhaltende Heuschreckenplage zerstört. Daraufhin nahmen die meisten Eltern ihre Kinder aus der Schule, um sie bei Arbeiten auf dem Feld einzusetzen. Die Aktivitäten der Schule sind daraufhin eingeschlafen, sodass wir uns entschlossen haben, die Erstklässler im neuen Schuljahr nicht wieder mit kompletten „kits scholaire“ auszustatten. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, zumal die Kinder am wenigsten dafür können, aber nach Rücksprache mit unseren einheimischen Mitarbeitern war dies ein wichtiges Zeichen an die Eltern, dass unser Verein ein Mindestmaß an Gegenleistung für unsere Hilfe und Unterstützung erwartet. Diese Entscheidung wurde schließlich auch unter dem Eindruck der Zerstörung der Pflanzaktion des vergangenen Jahres getroffen. Einer der Bauern hat das gesamte Gebiet, in dem die Kinder in 2013 kleine Bäume gepflanzt hatten, kurzerhand zu seinem persönlichen Maisacker umgewandelt. Wir haben in zahlreichen Gesprächen mit den Dorfältesten und Verantwortlichen deutlich zu verstehen gegeben, dass Longon’i Kirindy seine Aktivitäten unter diesen Voraussetzungen nicht weiterführen will und wird.

 

 

Workshop: “Fatana mitsitsy”

Vor diesem Hintergrund haben wir im September eine neue Aktion, mit der Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden sollte, auch ins Nachbardorf Beroboka verlagert. Durch Vermittlung einer weiteren Hilfsorganisation (Chances for Nature: www.chancesfornature.org) konnten wir zwei madagassiche Experten aus der Provinzhauptstadt Tulear für zwei Wochen vor Ort holen, um einer Gruppe von 12 Bewohnern von Beroboka und Kirindy Village beizubringen, wie man mit einfachsten Hilfsmitteln hoch effiziente Öfen herstellt. Im Vergleich zu traditionellen Kochstellen verbrauchen diese Öfen 2/3 weniger Kohle oder Holz.

 

 

 

 

In dem Workshop lernten die Teilnehmer wie man den Lehm für die Öfen, einem Gemisch aus Tonerde, Zebukot und Termitenhügeln, zusammensetzt und die Gussform für die Öfen aus Metall herstellt. Es wurden zwei Typen von Öfen, die entweder mit Kohle oder Holz befeuert werden können, hergestellt. Insgesamt haben die Teilnehmer 29 Öfen hergestellt und möchten diese Technik auch in ihren Dörfern anderen Leuten beibringen. Am Ende des Workshops erhielt jeder Teilnehmer ein Zertifikat über die Teilnahme an dem Workshop. Für diese Aktion, die ausschließlich von Longon’i Kirindy finanziert wurde, haben wir dieses Jahr den Großteil Ihrer Spenden ausgegeben. Wir hoffen, dass sich diese Technik rasch ausbreitet, und dass durch den reduzierten Energiebedarf sich das tägliche Leben der Bewohner dieser Dörfer verbessert, aber auch der Druck auf den Kirindy-Wald sich verringert.

 

 

 

Man wird sehen, wie sich die Situation in Kirindy Village zum Ende der Regenzeit 2015 darstellen wird. Durch die politischen Rahmenbedingungen verschlechtern sich die Lebensbedingungen im ganzen Land von Monat zu Monat, und Madagaskar ist auf der neuesten Armuts- und Korruptionsliste der UN noch weiter abgerutscht.
Trotz der frustrierenden und ernüchternden Erfahrungen im abgelaufenen Jahr wollen wir weiterhin versuchen, unseren kleinen bescheidenen Beitrag dafür zu leisten, dass es an manchen Stellen vielleicht doch so etwas wie Hoffnung gibt. Denn, soviel ist klar, auch 2015 wird die Landbevölkerung von  von den staatlichen Stellen keinerlei Hilfe und Unterstützung zu erwarten haben.

Dezember 2013:

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich auch in Kirindy Village zu Ende. Nachdem in der vergangen Regenzeit ein Zyklon das Dach der Schule komplett zerstört hat, haben wir mit Ihren Spendengeldern die Schule mit einem festen (Blech-)dach versehen, sodass der Unterricht zum neuen Schuljahr wieder aufgenommen werden konnte. Außerdem konnten wir der Schule einen eigenen Wasserfilter zur Verfügung stellen, sodass die Kinder jetzt wenigstens während der Schulzeit gefiltertes Wasser trinken können.

 

 

Wie im vergangenen Jahr haben wir die neuen Erstklässler auch wieder mit einem „kit scholaire“ ausstatten können. Jeder Schulanfänger bekam eine eigene Schulmappe mit Stiften und Heften, was für die meisten Familien unerschwinglich gewesen wäre.

 

 

Schließlich konnte im August auch die erste Wiederaufforstungsaktion durchgeführt werden. Die Bäume unserer Pflanzschule waren nach einem Jahr des Heranwachsens bereit zum Umsetzen. Die mehr als 400 Bäumchen wurden von den Schulkindern mit großer Begeisterung in wenigen Stunden auf einem abgerodeten Grundstück an der Waldgrenze eingepflanzt.

Um die Nachhaltigkeit dieser Aktion zu gewährleisten haben wir den Kindern versprochen, im neuen Jahr für jeden Baum, der noch steht, eine Prämie in ihre Klassenkasse zu zahlen. Außerdem haben sie die Pflanzschule wieder mit neuen Samen bestückt, sodass die Wiederaufforstung im neuen Jahr fortgesetzt werden kann.

 

Allen Spendern und Mitgliedern einen herzlichen Dank für ihre großzügige Unterstützung, vor allem auch im Namen der Kinder!

 

April / Mai 2013:

Die Dorfschule wurde durch einen Zyklon im Februar beschädigt; der Unterricht läuft aber weiter. Wir haben drei verschiedene madagassische Kinderbücher mitgebracht. Vor den erstaunten und stolzen Eltern hat eines der Mädchen eines der Bücher laut vorgelesen. Das war Gänsehaut pur! Auch Madame Fara, die Lehrerin (rechts) ist sichtlich stolz auf ihre Arbeit.

 

Eine stattliche Einzelspende (von Anne Maggioncalda) hat es uns ermöglicht, einen kompletten Schul-Neubau in Auftrag zu geben!! Anstatt die beschädigte Schule zu reparieren sind wir in der glücklichen Lage, in den nächsten Monaten ein ganz neues Gebäude (mit zwei Klassenzimmern) zu errichten. Als Gegenleistung haben die Eltern ihre tatkräftige Mithilfe beim Bau zugesagt.

 

Der Brunnen wurde inzwischen fertiggestellt und mit einer Solarpumpe versehen. Jetzt müssen Frauen und Kinder endlich nicht mehr mühsam jeden Eimer Wasser aus 15m von Hand hoch ziehen. Im Mai mussten wir noch einen Teil Ihrer Spenden einsetzen, um den Brunnenschacht noch um ein paar Meter zu vertiefen, um so die Wasserqualität und -menge zu verbessern.

Damit steht auch für die jetzt beginnende Trockenzeit ausreichend Wasser zur Bewässerung der im letzten Herbst angesähten kleinen Bäumchen zur Verfügung. Die Setzlinge - schnellwachsende lokale Nutzholz-Baumarten - werden im August gepflanzt.

Wir haben für Werbezwecke einen Flyer drucken lassen. Wer damit im eigenen Umfeld Werbung betreiben möchte, kann gerne welche zugeschickt bekommen. Bitte e-mail an Claudia.Fichtel@gwdg.de.

Juli 2012:

Wir haben bei der Deutschen Botschaft in Antananarivo erfolgreich einen Antrag auf Finanzierung eines Mikroprojekts gestellt. Damit werden jetzt zügig Brunnen renoviert und mit Solarpumpen und einer großen Wasserzisterne (2,500 l) ausgestattet.

Außerdem können wir mit dieser Unterstützung mit der Wiederaufforstung einer ersten Brachfläche beginnen. Ganz herzlichen Dank an Dr. Stell und die zuständigen Stellen der Deutschen Botschaft!

April 2012:

eine Elterninitiative hat mit einfachsten Mitteln ein Schulgebäude errichtet. Eine von den Eltern bezahlte, hochmotivierte Lehrerin ist schon vor Ort. Wie man sehen kann, fehlt es aber noch an allem. Die Schule soll daher dieses Jahr ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten darstellen.

Mit einfachsten Mitteln und Werkzeugen bauen die Eltern selber eine Schule für ihre Kinder

Mit noch vorhandenen Mitteln werden wir bis zum Beginn des Schuljahres für Hunderte von Kindern Schreibzeug und anderes Schulmaterial besorgen. Darüber hinaus gibt es in und bei der Schule keine Toilette.
Es gäbe auch genügend Platz, einen pädagogischen Schulgarten und einen Spielplatz für die Pausen anzulegen.

Außerdem wünschen sich die Jungs sehnlichst einen Bolzplatz und einen richtigen Fußball. Weitere Ideen (und Spenden dafür) sind willkommen.

Sanitäre Anlagen und Fußballplatz neben der Schule sind noch verbesserungsfähig

November 2011:

mit den ersten Spenden und Mitgliedbeiträgen wurden rechtzeitig zum Beginn der Regenzeit sechs Bienenstöcke gebaut und aufgestellt, und sechs Familien in deren Funktion unterwiesen.