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KIRINDY VILLAGE

ist eine ländliche Siedlung im Westen Madagaskars (Google Maps). Sie beherbergt mehrere Hundert Menschen; darunter ca. 300 Kinder im schulpflichtigen Alter. Die Familien leben in einfachen Hütten aus Lehm und Holz. Es gibt keine  Elektrizität oder andere öffentliche Infrastrukturen wie Müllabfuhr,

Heizung, Wasser- oder Abwasserversorgung. Die Bewohner von Kirindy Village leben vom Anbau von Mais, Erdnüssen und Maniok, die auf dem lokalen Markt im 50 km entfernten Morondava verkauft werden. Es gibt eine kleine Kirche, aber keine Schule oder Gesundheitsstation. Ein Teil der Bevölkerung lebt hier daher als saisonale Wanderbauern, die nur eine Ernte im Jahr anbauen; etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt hier permanent.

 

PROBLEME

Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt, das zudem seit Jahren in einer politischen Krise steckt, durch die sich die Situation von weiten Teilen der Bevölkerung zusätzlich verschlechtert. Die Landbevölkerung im Süden und Westen des Landes gehört seit jeher zu den Ärmsten der Armen. Durch die besondere Lage und Geschichte von Kirindy Village ergeben sich Probleme für die Bewohner und ihren Lebensraum, denen sich Longon’i Kirindy e.V. annehmen möchte:

  • die gesamte Fläche von Kirindy Village war noch vor 25 Jahren komplett von Wald bedeckt. Zunächst siedelten hier nur ein paar Familien von Wanderarbeitern, die in einem nahegelegenen Betrieb zur Erzeugung von Sisal (eine pflanzliche Faser, aus der u.a. Schnüre und „Jutetaschen“ gefertigt werden) arbeitslos wurden. Durch Brandrodung
    wurden erste Flächen zum Anbau von Mais erschlossen. Da der sandige Boden der Region nur eine sehr dünne Humusschicht besitzt, ist der Boden nach wenigen Ernten ausgelaugt. Obwohl es gesetzlich verboten ist, sind seither immer weitere Flächen gerodet worden. Zusätzliche Familien haben sich dort temporär oder permanent niedergelassen, sodass die gerodete Waldfläche heute ca. 1200 ha beträgt. Ein Ende ist nicht absehbar.
  • Kirindy Village grenzt unmittelbar an den Kirindy-Wald an, ein geschütztes Zentrum der einmaligen Biodiversität der Region. Da der Schutzstatus nicht effektiv kontrolliert werden kann, nutzen die Bewohner von Kirindy Village diesen Wald zunehmend, um Bau- und Brennholz zu entnehmen, und um zu jagen. In diesem Wald befindet sich ein madagassisches Ökotourismusprojekt, und das Deutsche Primatenzentrum unterhält dort seit 1993 eine Forschungsstation, an der deutsche und madagassische Studenten und Forscher das Verhalten und die Ökologie von Lemuren und anderen Wirbeltieren untersuchen.
  • Die Menschen in Kirindy Village leben unter primitivsten und schwierigsten Bedingungen. Da es sich um eine relativ junge, wilde Siedlung handelt gibt es keine gewachsenen Strukturen und keinerlei öffentliche Infrastruktur. Rechtlich ist Kirindy Village allerdings inzwischen anerkannt und selbst-organisiert (d.h. es gibt eine gewählte Vertretung als Ansprech- und Vertragspartner). Durch japanische und chinesische Entwicklungshilfe wurden vor Jahren insgesamt 4 Brunnen gebaut, die inzwischen allesamt nicht mehr funktional sind. Traditionell sind Kinder und Frauen dafür zuständig, für die Familien und ihre Tiere Wasser zu besorgen. Sie sind daher heutzutage täglich Stunden damit beschäftigt Wasser in Eimern von Hand aus den Brunnenschächten hoch zu ziehen. Außerdem gibt es keine Gesundheitsvorsorge (Verhütung, AIDS!) oder –versorgung, und es gibt keine nachhaltigen Möglichkeiten, einen Lebensunterhalt zu bestreiten oder zumindest ein Zusatzeinkommen zu erzielen.